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Das neue Erbrecht seit 1.1.2017.


Seit 1.1.2017 ist das Erbrechtsänderungsgesetz (ErbRÄG) in Kraft getreten. Es handelt sich dabei um die größte Erbrechtsreform seit Inkrafttreten des Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuches im Jahr 1812.

Das "Erbrecht NEU" gilt für alle Todesfälle, die sich ab dem 1. Jänner 2017 ereignen. Für frühere Todesfälle ist das zu diesem Zeitpunkt maßgebliche materielle Erbrecht anzuwenden.

Einige wesentliche Änderungen im Überblick:

Stärkung des Erbrechts des Ehegatten

Wesentliche Änderungen betreffen das Erbrecht des Ehegatten oder eingetragenen Partners. So verdrängt das gesetzliche Erbrecht des Ehegatten (EP) das gesetzliche Erbrecht von Geschwistern und Großeltern. Änderungen gibt es auch im Falle des Todes eines Ehegatten, wenn bereits ein Verfahren über die Auflösung der Ehe anhängig war.

Pflichtteilsrecht

Pflichtteilsberechtigt sind nur noch die Nachkommen (Kinder) und der Ehegatte bzw. eingetragene Partner. Das Pflichtteilsrecht zugunsten der Eltern entfällt ersatzlos. Der Pflichtteil wird bereits mit dem Tod fällig, kann jedoch erst ein Jahr später eingefordert werden. Erweitert wurden außerdem die Enterbungsgründe und die Möglichkeit der Pflichtteilsminderung.

Scheidung hebt Testament auf

Testamente, die zugunsten des Ehegatten errichtet wurden, werden im Fall der Scheidung automatisch aufgehoben.

"Außerordentliches Erbrecht" von Lebensgefährten

Lebensgefährte ist, wer zumindest in den letzten drei Jahren mit dem Verstorbenen im gemeinsamen Haushalt gelebt hat und im Zeitpunkt des Todes mit diesem weder verheiratet noch in einer eingetragenen Partnerschaft gelebt hat. Trifft dies zu, so hat nach neuer Rechtslage diese Person ein außerordentliches Erbrecht, wenn kein gesetzlicher Erbe zur Verlassenschaft gelangt.

Pflegevermächtnis

Ein naher Angehöriger, der in den letzten drei Jahren mindestens sechs Monate lang in nicht bloß geringfügigem Ausmaß Pflegeleistungen (unentgeltlich) am Verstorbenen erbracht hat, hat gesetzlichen Anspruch auf ein Pflegevermächtnis.

Formvorschriften & Begriffe

Änderungen betreffen auch die notwendigen Formvorschriften für die Testamentserrichtung und Änderungen der einschlägigen Begriffe.


Wir beraten Sie gerne persönlich umfassend über alle Änderungen im Detail. Unser Sekretariat nimmt Ihren Anruf gerne entgegen.